Zur Erinnerung an Eberhard Esche (25.10.1933 - 15.05.2006)
Meine erste Begegnung mit ihm war eine akustische. Wir behandelten “Deutschland - Ein Wintermärchen” von Heinrich Heine im Literaturunterricht, und unsere Lehrerin hatte eine Schallplatte mitgebracht. So hörte ich zum ersten Mal die unverwechselbare Stimme von Eberhard Esche, war sogleich begeistert von seiner Vortragskunst, kannte damals jedoch noch nicht einmal seinen Namen.
Später gab es dann natürlich auch die visuelle Begegnung mit ihm. Sein Chemiker Manfred Herrfurth in “Der geteilte Himmel” war der erste Film, in dem ich Eberhard Esche sah. Die großartige Gestaltung des jungen Intellektuellen, seine rebellische Haltung gegen die Heuchelei in seinem Elternhaus, gegen Missstände in seinem beruflichen Umfeld und trotz aller kühlen Ironie dennoch die Hoffnung auf Liebe in Gestalt von Rita Seidel (Renate Blume) ließen mich sogleich zu einer Verehrerin von Eberhard Esche werden.
Der idealistische, an den gesellschaftlichen Verhältnissen sowie seiner eigenen Inkonsequenz scheiternde Parteisekretär Werner Horrath in “Spur der Steine”, der selbstherrliche, von seiner klugen Frau zu einem besseren Menschen gewandelte König in dem Märchenfilm “Wie heiratet man einen König”, der seiner Spielsucht wie den gesellschaftlichen Zuständen hilflos gegenüberstehende Unternehmer Dr. Fritz Goldner in “Fleur Lafontaine”, der eigenwillige Hörspielregisseur Karl Taube in “Einzug ins Paradies” sind Beispiele seiner großen Schauspielkunst bei Film und Fernsehen.
Jedoch betrachtete Eberhard Esche stets die Bühne als seine eigentlich Heimat, auch wenn er an ihm unangenehmen Erscheinungen (“Modernismus”) am Theater litt und sich in späteren Lebensjahren gänzlich davon zurückzog, um sich ganz auf seine brillanten Vorträge von Goethes “Reinecke Fuchs” und Heines “Deutschland - Ein Wintermärchen” zu beschränken. Legendär wurde seine Darstellung des Drachentöters Lanzelot in Jewgeni Schwarz’ Märchenparabel “Der Drache”, die erfolgreichste Produktion des Deutschen Theaters mit 580 Aufführung in den Jahren von 1965 bis 1981. Die Stücke von Peter Hacks, mit dem ihn auch privat eine Freundschaft verband, bedeuteten ihm viel. Brillant ist auch seine Gestaltung der Titelrolle des “Wallenstein” in der Inszenierung von Friedo Solter.
Berührend ist auch, wie liebevoll sich der eher als ironisch-distanziert geltende Esche über Kollegen seiner Zunft zu äußern vermochte: Wolfgang Langhoff und Hans Hardt-Hardtloff widmete er ganze Kapitel seiner Memoiren, seine Nachrufe beispielsweise auf Dieter Franke, Klaus Piontek und Rolf Ludwig (nachzulesen in “Ein Stolz, der groß ist”) sind ergreifend.
Selbstironisch hat Eberhard Esche im ersten Band seiner Memoiren, der nicht von ungefähr den Titel “Der Hase im Rausch” trägt, eben jenes Gedicht dafür verantwortlich gemacht, dass er als Schauspieler überhaupt zu Popularität gelangt sei. Seine Rezitation dieses Klassikers aus der Feder des russischen Dichters Sergej Michalkow assoziieren in der Tat zahlreiche seiner Verehrer als erstes mit dem Namen Eberhard Esche.
Doch hat uns dieser große Schauspieler weitaus mehr hinterlassen als diesen Vortrag. Für all dies hat Eberhard Esche einen Platz in unseren Herzen.
"Moby Dick"
Hörspiel nach dem gleichnamigen Roman von Herman Melville
Produktion: Rundfunk der DDR / 29.12.1978
Regie: Klaus Zippel
Fanatisch jagt Kapitän Ahab, Befehlshaber des Walfängers "Pequod", den weißen Wal Moby Dick, der ihm einst ein Bein abriss und ihn damit nicht nur körperlich sondern auch seelisch verkrüppelte. In seiner Besessenheit erklärt sich Ahab zum Herrn über Leben und Tod seiner Mannschaft und beschwört damit eine Katastrophe herauf ...
Walter Niklaus: Kapitän Ahab
Günter Grabbert: Starbruck
Wolfgang Jakob: Ismael
Paul Dolf Neis: Stubb
Dieter Bellmann: Archie
Immo Zielke: Fedallah
Wolfgang Anton: Koch
“Ein anderer K.” von Günter Kunert
Produktion: Rundfunk der DDR / 26.08.1976
Regie: Regie: Horst Liepach
Am 21.11.1811 erschießt sich Heinrich von Kleist gemeinsam mit Henriette Vogel am Stolper Loch (heute: Kleiner Wannsee). Staatskanzler Hardenberg beauftragt auf Geheiß von König Friedrich Wilhelm III. den Berliner Polizeipräsidenten Gruner damit, Gerüchten entgegenzutreten, der Schriftsteller habe als Fanal zur Erhebung von französischer Fremdherrschaft und als Symbol gegen die unerträglichen Lebensumstände in Preußen den Freitod gewählt. Statt dessen soll der Öffentlichkeit das Bild eines in geistiger Umnachtung Handelnden präsentiert werden. Belege für diese Theorie soll Grollhammer, ein langjähriger Freund Kleists, durch Nachforschungen bei diversen Zeugen und Beteiligten beschaffen. Es wird eine Reise in die Abgründe seiner eigenen Seele ...
Horst Schönemann: Erzähler
Jürgen Hentsch: Amadeus Grollhammer
Inge Keller: Marie von Kleist
Karin Gregorek: Ulrike von Kleist
Kurt Böwe Julius Eduard Hitzig
Dieter Mann: Friedrich Louis Vogel
Dieter Wien: Friedrich de La Motte Fouqué
Jürgen Holtz: Ernst Friedrich Peguilhen
Ernst Kahler: Karl August von Hardenberg
Dietrich Körner: Karl Justus Gruner
Alexander Lang: Heinrich von Kleist
Jutta Hoffmann: Henriette Vogel
Jürgen Kluckert: Stimming
Carola Braunbock:Frau Riebisch
Achim Petry: Friedrich Riebisch
“Adel verpflichtet” von David Wheeler
Produktion: Süddeutscher Rundfunk / 20.09.1982
Regie: Otto Düben
Lord und Lady Bowington sowie ihre Tochter Camilla residieren auf ihrem Schloss
Babington Manor. Zur Begleichung ihrer nicht unbeträchtlichen Ausgaben haben sie das Anwesen für Touristen zugänglich gemacht. Weder der seinen religiösen Studien nachgehende Lord noch seine nicht minder exzentrische Gattin, die diverse erotische Eskapaden bevorzugt noch seine lebenslustige Tochter ahnen, dass ihr treusorgender Butler Oliver Craig seit vielen Jahren eine zweite, weitaus lukrativere Erwerbsquelle
gefunden hat, die jedoch deutlich abseits der Legalität liegt ...
Horst Bollmann: Oliver Craig
Witta Pohl: Susan Craig
Hans Baur: Lord Bowington
Ursula Dirichs: Lady Bowington
Christine Weber: Camilla Bowington
Jürg Löw: Jack Fowler
Dieter Eppler: Jimmy Jourkins
Elke Twiesselmann: Monika Appleton
Fred C. Siebeck: Dr. Steinhagen
Happy Halloween!
“Navi” von Beat Ramseyer
Produktion: SRF 2019
Regie: Isabel Schaerer
Paula und Martin sind nach Mitternacht mit ihrem Wagen auf dem Nachhauseweg von einer Party. Ihr Vertrauen in ihr Navigationsgerät wird ihnen zum Verhängnis ...
Annette Kühn: Paula
Siegfried Terpoorten: Martin
Regula Grauwiller: Navi
"Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache" von Denis Diderot
Eine Marquise will sich an ihrem untreuen Liebhaber rächen. Der Plan mißlingt jedoch, weil das Opfer - eine Angehörige des bürgerlichen Standes - nicht so mitspielt, wie es die Marquise sich wünschte. Sowohl die Marquise als auch jene Bürgerliche kämpfen um ihr Recht, glücklich zu sein. Die Marquise, die dem Werben des Mannes endlich nachgegeben hatte und die dann von ihm vernachlässigt wurde, ist zurecht beleidigt. Sie wählt allerdings für ihren Kampf um ihr Recht die falschen Waffen; jenes junge Mädchen Mathilde, welches dem Mann gegen Belohnung den Kopf zu verdrehen hat, läßt sich nicht erniedrigen, nicht als Spielball benutzen. Sie spielt die Maquise von Pommereye aus und heiratet ihren ehemaligen Geliebten, den Maquis von Arcis.
(Text: ARD-Hörspieldatenbank)
Rundfunk der DDR / 14.10.1973
Regie: Barbara Plensat
Marion van de Kamp: Marquise von Pommeraye
Horst Drinda: Marquis von Arcis
Ingeborg Medschinski: Madame Duquenoi
Ursula Staack: Mathilde
Siegfried Wittlich: Bedienter
Margit Bendokat: Zofe
Herwart Grosse: Erzähler
“Ein Spiel mit dem Tod” von Pierre Frachet
Produktion: Süddeutscher Rundfunk / 18.08.1975
Regie: Hartmut Kirste
Der Unternehmer Philippe Tivolier wird beschuldigt, seinen Buchhalter Julien Heppner ermordet zu haben. Obgleich dessen Leiche bisher nicht gefunden wurde, sind die Indizien so erdrückend, dass der Industrielle derzeit in der Untersuchungshaft seinen Strafprozess erwartet. In dieser Situation empfängt Tivoliers Schwager René Franciolat einen gewissen Louis Tahure, der mysteriöserweise über detaillierte Kenntnisse in Bezug auf die betreffenden Ereignisse verfügt ...
Ernst Jacobi: Louis Tahure
Horst Frank: René Franciolat
“Abendstunde im Spätherbst” von Friedrich Dürrenmatt
Produktion: Österreichischer Rundfunk (ORF) / 1957
Regie: Ernst Schönwiese
Der Erfolgsschriftsteller und Literaturnobelpreisträger Maximilian Friedrich Korbes empfängt in der derzeit von ihm bewohnten Suite eines Luxushotels den unscheinbaren ehemaligen Buchhalter Fürchtegott Hofer. Es stellt sich heraus, dass Hofer seit Jahren mit detektivischem Spürsinn den künstlerischen Werdegang des Autoren akribisch verfolgt hat und zu dem Schluss gekommen ist, dass die in dessen Romanen geschilderten Verbrechen mitnichten Korbes' Phantasie entstammen sondern sich tatsächlich ereignet haben ...
Hanns Ernst Jäger: Maximilian Friedrich Korbes
Kurt Sowinetz: Fürchtegott Hofer
Fritz Holzer: Sebastian
Willi Schumann: Hoteldirektor