Spezial aus dem Toggenburg: Israel, Energie, Zuwanderung, EU - Bern einfach. Das Wichtigste zum Tag.
Markus Somm (Zürich) und Dominik Feusi (Bern Bundeshaus) vom Nebelspalter diskutieren täglich, was in der Schweiz und der Welt aktuell ist und was es für uns bedeutet. ... https://www.youtube.com/watch?v=zvkpYVoPQ0c
Der frühere SP-Nationalrat und Publizist über die Wählerverluste der SP, die Lifestyle-Linken in der Partei, die EU-Politik des Bundesrates und das Frontex-Referendum.
Die SP hat zuletzt in Zürich deutlich verloren und auch die nationalen Umfragen zeigen nach unten. Woran liegt das? Rudolf Strahm fragt sich, ob nicht die «Lifestyle-Linke», die «LGBT- und Rassismus-Aktivisten», die es in der Partei und Politik gebe, und die von den Medien stark beachtet würden, der Partei geschadet hätten. «Ganz sicher hat der Antirassismus-Radikalismus nicht geholfen.» Das habe dazu geführt, dass angestammte SP-Wähler die Grünliberalen oder die Mitte gewählt hätten. Strahm vermutet, dass die sozialen Medien die Radikalisierung begünstigen. Er teilt die Analyse der deutschen Linken Sahra Wagenknecht, dass diese Aktivisten der Partei nichts nützen würden. Die deutsche SPD habe die Wahl nur gewonnen, weil sich diese Kreise zurückgehalten hätten.
Es sei zwar nur ein kleiner Trost für die SP, aber das links-grüne Lager sei insgesamt gleich gross geblieben. Wenn die Grünen weiter auf Kosten der SP gewinnen würden, dann kommt irgendwann die Frage nach einem grünen Bundesrat auf. Doch für Strahm ist das nicht nur ein Problem für die SP: «Die Freisinnigen und die SP sind unter Druck.»
Europapolitische Illusionen
Die Europapolitik sei von zwei Gruppen geprägt, die sich «in die Tasche lügen» würden. Da seien einerseits jene, die das Gefühl hätten, man müsse gar nichts tun, etwa die SVP. Andererseits gebe es jene linke und liberale «Euro-Troubadours» mit der Illusion, dass das Volk je einem Abkommen zustimmen würde, bei dem der Gerichtshof der EU über die schweizerische Einwanderungspolitik befinden würde. «Selbst, wenn SP und Gewerkschaften einschwenken würden, würde die Unionsbürgerrichtlinie nie akzeptiert.»
Die Piesackereien der EU bei der Börsenäquivalenz, bei der Medtech-Branche oder bei der Forschung verstossen gemäss Strahm gegen geltende Abmachungen. Er sieht darin «eine Strafaktion», die bei den Bürgern nicht zu mehr Verständnis, sondern zu mehr Widerstand gegen die EU geführt habe.
Der Bundesrat sei in einer schwierigen Lage und müsse Lösungen suchen. Dem Vorschlag, nun die Verträge einzeln anzuschauen, steht Strahm skeptisch gegenüber. Der Bundesrat solle es aber probieren, findet er.
https://www.tagesanzeiger.ch/soll-die-schweiz-von-der-eu-ein-abkommen-a-la-kanada-fordern-694499834742
Alternativen prüfen
Strahm fordert aber die Ausarbeitung von Alternativen, unter anderem ein umfassendes Freihandelsabkommen nach dem Vorbild des Abkommens der EU mit Kanada (CETA, Link). Da sei der EU-Gerichtshof nicht drin, ebenso wenig wie die Personenfreizügigkeit. Rudolf Strahm findet, Guy Parmelin müsse d
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https://www.youtube.com/watch?v=3cphsGXihfs
«Wichtig ist, dass das Klimagesetz angenommen wurde», sagt Christine Badertscher. Es brauche aber zusätzliche Anstrengungen. Die Forderungen der Grünen in ihrer Wahlplattform nach einer Solarpflicht, einem Verbrennerverbot und nach einem Umbau der Landwirtschaft relativiert Badertscher. «Man muss immer hohe Forderungen stellen, damit es einen Kompromiss gibt, mit dem etwas passiert.» Wenn die Grünen aber die Mehrheit hätten, würden sie diese Forderungen umsetzen.
Badertscher stammt selber aus der Landwirtschaft. «Wenn man die Rechnung mit dem Treibhausgas bei den Kühen richtig macht, dann es anders aussehen», findet sie. Besonders bei der Schweinehaltung und der Pouletmast brauche es aber Massnahmen. Die Tierhaltung auf Grasland ist für Badertscher jedoch unbestritten.
Für Solardachpflicht
Den für die Dekarbonisierung benötigten Strom will Badertscher allein mit Erneuerbaren Energien produzieren. Aber gleichzeitig bekämpfen Grüne konkrete Projekte, wie kürzlich grosse Solarprojekte in den Walliser Bergen. «Die Grünen sind nicht gegen alles», betont Badertscher. Sie sei im Zweifel für solche Projekte. Man müsse Lösungen finden. Wichtig sei vor allem, dass auf allen Dächern Solarzellen aufgestellt würden.
Die für die Stromproduktion benötigten 4’500 Windräder will Badertscher konzentriert dort aufstellen, wo sie sinnvoll sind. «Wir werden Lösungen finden, müssen aber Kompromisse eingehen.» Es werde niemand mehr ein AKW bauen und die damit verbundenen Investitionsrisiken eingehen. «Die Diskussion ist müssig.»
«Gleiche Knackpunkte mit der EU»
Badertscher ist Mitglied der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates. Sie hat grösste Bedenken, dass der Fahrplan des Bundesrates aufgeht, bis im nächsten Sommer mit der EU Abkommen zu unterzeichnen. Es könnte auf ein zweites Rahmenabkommen mit den gleichen Knackpunkten herauslaufen.
Eine Lösung mit der EU sei aber dringend. «Wir haben riesige Probleme», findet Christine Badertscher. «Die Bilateralen Verträge erodieren.» Ihr gehe es auch darum, bei der EU mitzureden. Die Rolle des Gerichtshofes der EU werde von den Gegnern hochgespielt. Den Lohnschutz dürfe man allerdings nicht preisgeben, aber es brauche Kompromisse.
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https://www.youtube.com/watch?v=NDe4hi3BufA
Camille Lothe (Zürich) und Ramon Egger (Zürich) vom Nebelspalter diskutieren heute, was in der Schweiz und der Welt aktuell ist und was es für uns bedeutet.
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https://www.youtube.com/watch?v=K1A0piM9N4Q
Liberale Legislaturbilanz: Der Berner FDP-Nationalrat blickt auf vier Jahre Klima- und Energiepolitik, die ungelöste Zuwanderungsfrage und die Sozialpolitik, in der nur dann etwas gelang, wenn das Parlament an Bundesrat Alain Berset vorbei das Heft in die eigene Hand nahm.
Nach der «Klimawahl» 2019 habe das Parlament alle Hebel für eine neue Klima- und Energiepolitik in Bewegung gesetzt. Doch das CO₂-Gesetz scheiterte. «Man hat die Rechnung ohne die Bevölkerung gemacht.» Auch in der Energiepolitik mache das Parlament blinden Aktivismus. «Man beschleunigt Verfahren, vergisst aber, dass es neben Anlagen auch noch Leitungen braucht, um den Strom zu verteilen.» Eine Strategie hinter diesem Aktivismus könne er nicht erkennen, sagt Wasserfallen. Viele Politiker hätten sich einfach vier Jahre lang zu profilieren versucht.
«Netto-Null geht nicht ohne Atomkraft»
Wasserfallen kritisiert auch die eigene Fraktion. Sie sei nicht in der Lage sich einzugestehen, dass es langfristig nicht ohne neue AKWs gehen werde. «Wir werden den Strom für Netto-Null bis 2050 nicht bereitstellen können ohne Atomkraft», sagt Wasserfallen. Das Parlament mache lieber Beschleunigungs- und Subventionsvorlagen für einzelne Energieformen, statt Energie als Gesamtsystem zu betrachten.
Zuwanderung: «Wählerischer sein»
Die Zuwanderung sei ein Treiber der Probleme bei der Infrastruktur oder beim Mangel an Wohnungen. Die Schweiz müsse betreffend Zuwanderung restriktiver werden und die Infrastruktur ausbauen. Christian Wasserfallen will die Wirtschaft mehr in die Pflicht nehmen. Arbeitgeber sollen statt langfristigen Bewilligungen auf saisonale Arbeitsbewilligungen setzen. «Die Schweiz dürfte durchaus etwas wählerischer sein.» Damit die Rückführung von abgewiesenen Asylbewerbern besser funktioniert, fordert Wasserfallen andere Prioritäten in der Entwicklungshilfe.
Im Gesundheitswesen Qualität belohnen
Immerhin sei eine Reform der AHV zustande gekommen, allerdings nicht so, wie es Bundesrat Alain Berset gewollt habe. Die Renteninitiative der Jungfreisinnigen unterstützt Wasserfallen, eine 13. AHV-Rente sei eine Illusion. Im Gesundheitswesen sei eine Negativspirale in Gang gesetzt worden, welche die Kosten noch steigere. Wasserfallen fordert, dass die Qualität eine grössere Rolle spielt als bisher. Wir sollten nicht nach Leistungen entschädigen, sondern nach Qualität.
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Bäckereien werden von eidgenössischen Beamten drangsaliert. Die Stadt Zürich (und die ETH) haben es mit dem «Mohr». Markus Somm und Dominik Feusi über die wichtigen Themen des Tages.
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Unsre Debattenkultur steht unter Druck: Politische Diskussionen werden immer schwieriger. Oder ärmer: Denn es gibt nur noch ein entweder oder. In einer Demokra-tie geht so extrem viel verloren, was ich persönlich schade und auch bedenklich fin-de. Ich sehe auch durchaus selbstkritisch, dass wir uns immer weiter von möglichen Kompromissen wegbewegen. Egal, bei welchen Themen.
Unser politisches System ist langsam. Es ist langsam, weil in der Schweiz der Kompromiss regiert: Man redet und redet und redet, bis möglichst jeder und jede seine Meinung beitragen konnte. Damit der Kompromiss am Schluss auch sicher «verhebet».
Das tut er immer weniger. Noch öfters kommt er gar nicht erst zustande. Auf Stufe Haushalt ist das kein Problem. Auf Stufe Bund dann schon. Unterstrichen hat diese Tendenz auch eine letzthin geäusserte Bemerkung der JUSO auf Twitter: Dass die SP in die Opposition treten sollte, wenn im nächsten Jahr nicht drei linke Bundesräte gestellt werden.
Ich meine, man stellt sich vor: Die zwei grössten Parteien der Schweiz, SVP und SP machen Opposition. Das bedeutet entweder, dass man das Wort «Opposition» nicht verstanden hat inklusive des gesamten politischen Systems, in dem wir leben, oder aber, dass heute Wahl-kampf einfach wichtiger ist, als zukunftsfähige Politik. Oder vielleicht auch ein bisschen von beidem.
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Der Zürcher FDP-Nationalrat über Nazi-Vergleiche, links-grüne NGOs und Gewerkschaften und deren fehlende Transparenz – vor allem darüber, wieviel Geld sie vom Staat erhalten und was sie damit tun. Und dann sagt Portmann, was er von der EU-Politik von Bundesrat Cassis hält, und wie lange er sie mitträgt.
Die links-grüne Kampagnenorganisation Campax hat FDP und SVP zu Nazis erklärt. «Das hat mich sehr stinkig gemacht», sagt Hans-Peter Portmann. Der Organisation gehe es nicht um Inhalte, sondern darum, Listenverbindungen zwischen FDP und SVP zu verhindern. Vor vier Jahren habe links-grün ein Dutzend Sitze erhalten, weil die Bürgerlichen nicht zusammen gespannt hätten. «Sie wollen diese Mandate nicht verlieren.» Er habe Campax zu einer Entschuldigung aufgefordert, aber bis jetzt keine Antwort erhalten. Diese Kreise würden mit erhobenem Moralfinger herumlaufen und sich nicht daran halten. Und sie kämen in den Medien immer ungeschoren davon, wie jetzt der Präsident der Grünen, Balthasar Glättli, der im Vorstand von Campax sitze.
Steuergeld für links Wahlkämpfe
Portmann kritisiert die Finanzierung der Organisation durch das Staatssekretariat für Migration (SEM). «Die Rechnung von Campax ist komplett intransparent.» Portmann fordert eine genaue Untersuchung der Finanzierung von NGOs und den Gewerkschaften. «Viele NGOs hängen am Futtertrog des Staates, aber es geht nicht, dass sie sich damit in Abstimmungskämpfe und Wahlen einmischen. Das muss aufhören.» Sonst würden die Steuerzahler linke Wahlkämpfe finanzieren.
Hans-Peter Portmann unterstützt den ambitionierten Fahrplan von Bundesrat Ignazio Cassis bis nächsten Sommer, mit der EU zu einem Verhandlungsresultat über die künftigen Beziehungen zu kommen. Eigentlich hätte er sogar schneller vorwärts gehen wollen. «Ich hätte keine Angst gehabt, das Verhandlungsmandat schon vor den Wahlen auf den Tisch zu legen.» Die Notwendigkeit sei immer noch gegeben. Die Schweiz werde von der EU in heiklen Fragen Ausnahmen bekommen.
Gegen GAV-Pflicht und Mindestlöhne
Sollten sich allerdings die Gewerkschaften mit ihren Forderungen nach flächendeckenden Gesamtarbeitsverträgen mit Mindestlöhnen durchsetzen, ist Hans-Peter Portmann gegen mögliche neue Verträge. «Das kommt für mich nicht in Frage.» Die Gewerkschaften würden Arbeitsplätze vernichten. Es gehe ihnen bei deiser Forderung nur um ihre Einnahmen aus Zwangsabgaben.
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Markus Somm (Zürich) und Dominik Feusi (Bern Bundeshaus) vom Nebelspalter diskutieren täglich, was in der Schweiz und der Welt aktuell ist und was es für uns bedeutet.
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